Teil 5 - San Agustin Etla (Fortsetzung)

Am 18. März 2020 sind wir in San Agustin Etla angekommen und wegen Covid-19 hier geblieben . Geplant war dies nicht so, aber es hat uns ermöglicht, einmal das Leben in einem mexikanischen Dorf intensiver zu erleben. In Teil 4 berichten wir von den ersten neun Wochen. Am 19. Mai erfuhren wir aus den Nachrichten, dass die USA die Grenze zu Mexiko weitere 30 Tage geschlossen hält. Für uns bedeutet dies, dass wir nicht bis zum Ablauf unserer halbjährigen Aufenthaltsberechtigung in Mexiko am 20. Juni 2020 ausreisen können und darauf hoffen, dass diese verlängert wird.

31.5.20

Allein in einem fremden Land? Fehlanzeige: Wir haben durchaus viele Kontakte und fühlen uns keineswegs ein- beziehungsweise zweisam! Auf dem Campingplatz sind unabhängig voneinander zwei junge Männer  hinzugekommen - beide Mexikaner. Diese und die Betreiberin sprechen sehr gut Englisch. Ruth spricht zudem für den Hausgebrauch Spanisch und sonst verständigen wir uns mit Händen und Füssen.



28.5.20

Aufgrund zusätzlicher Informationen haben wir uns entschlossen, hier nochmals einen Monat auszuharren und abzuwarten, ob sich eine Öffnung der Grenze zur USA abzeichnet. Also haben wir viel Zeit, die Tiere in unserer Umgebung zu beobachten.



26.5.20

Gestern war ein schwieriger Tag für uns: Am frühen Morgen erhalten wir die Nachricht von Seabridge, wo wir auf Ende Oktober 2020 die Schiffsreise von Halifax zurück nach Europa gebucht haben, dass die Reise nur für unser Fahrzeug klappt nicht aber für uns beide. Grimaldi Lines hätten für dieses Jahr die Beförderung von Passagieren auf ihren Frachtschiffen abgesagt, was wir gut verstehen können. Für die abgesagte - und von uns bereits bezahlte - Reise gäbe es einen auf unseren Namen ausgestellten Gutschein, welchen wir 2021 einlösten könnten - allerdings ebenfalls nur für die Mitfahrt auf einem Frachtschiff. Verteilt würden die Kabinen im kommenden November. Jetzt sind wir ordentlich wütend, weil dies überhaupt nicht das ist, was wir brauchen! Sollen wir nun im besten Fall zwei Monate länger in Nordamerika bleiben, wobei unsicher ist, ob wir eine entsprechende Aufenthaltsbewilligung erhalten werden? Sollen wir unser Fahrzeug in Mexiko stehen lassen, in die Schweiz zurückfliegen, und nächstes Jahr wieder kommen? Sollen wir das Geld ans Bein streichen, nur das Fahrzeug verschiffen und selber zurück fliegen? Wenn ja: Verschiffen von Halifax/Kanada, oder von Veracruz/Mexiko? Diese Fragen stehen im Moment im Raum und wir haben sie noch nicht beantwortet.

Das zweite Übel hat sich schon längere Zeit angekündigt: Unser Kühlschrank und das Gefrierfach waren zunehmend nur noch Schrank und Fach, ohne Kühlung und Gefrierung. Markus vermutete einen Mangel an Kühlmittel, welcher in der momentanen Low-Tech-Umgebung wohl kaum zu beheben gewesen wäre. Recherchen im Internet ergaben dann jedoch, dass bei Kompressor-Kühlschränken der häufigste Grund für dieses Problem verschmutzte Kondensatorspulen sind. Also hat Markus heute den Kühlschrank ausgebaut, die Rückseite gereinigt und zur besseren Belüftung gleich noch einige Löcher ins tragende Brett gebohrt - wie es scheint, mit vollem Erfolg!



24.5.20

Verliebt in Kakteen



22.5.20

Das Leben auf dem Campingplatz verläuft in unspektakular schönen Bahnen. Dazu haben wir einen kleinen Film zusammengestellt.





20.5.20

Vor neun Wochen sind wir hier in San Agustin Etla angekommen. Damals waren alle Flächen gelb und dürr, welche nicht künstlich bewässert wurden. Vor 1.5 Monaten begann es regelmässig zu regnen und alles spriesst und wächst.



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