Teil 3: Zwischen Bretagne und Bordeaux

Am 28.9.21 kommen wir von der Bretagne in die Region Pays de la Loire und 1.5 Wochen später in jene von Nouvelle-Aquitaine.

20.10.21

Saint Emilion ist eines der berühmtesten Weinbaugebiete der Region Bordeaux und es dreht sich hier alles um den Rebensaft: In der Gemeinde gibt es 800 Weingüter und Dutzende von Weinläden säumen  die Strassen des pittoresken Städtchens. Mit einem kleinen Zug fahren wir durch die goldig leuchtenden Rebberge, erfahren, dass die Trauben gerade fertig geerntet sind (dieses Jahr aussergewöhnlich spät) und besichtigen das Weingut "Château Rochebelle". Die Gegend ist unterhöhlt von unterirdischen Stollen, welche durch den Abbau von Kalksteinen entstanden sind und heute zum Verarbeiten und Lagern von Wein genutzt werden. Auch die monolithische Kirche und die Gruft zur Bestattung der Toten wurden aus dem Felsen herausgehauen. Die Gegend gefällt uns sehr gut und wir wären noch gerne etwas länger geblieben. Die Batterien unseres Womo's müssen jedoch geladen werden (am Morgen war der Himmel bedeckt und danach schien die Sonne zu flach auf die Kollektoren um sie aufzuladen) und wir beschliessen, weiter nach Bordeaux zu fahren.

  • Saint Emilion ist von Rebbergen umgeben
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  • Es gibt es 800 Weingüter ...
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  • ... sowohl grosse ...
  • ... als auch kleine
  • Die Traubenernte ist gerade abgeschlossen
  • Das hübsche Städtchen lädt zum Flanieren ein
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  • In den Felsen wurde eine Kirche gehauen und obendrauf ein Turm gebaut
  • Auch Wohnungen wurden in den Felsen gebaut
  • Die Strassen sind gesäumt von Weinläden
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18.10.21

Das nächste Ziel sind die Weinbaugebiete im Osten von Bordeaux. Auf dem Weg dorthin gäbe es noch viel zu sehen  - zum Beispiel lassen wir den Ort "Cognac" links liegen - und fahren nach Rochefort, wo es eine riesige Stahlkonstruktion  - einen sogenannter Transbordeur - zu sehen gibt. Dieser ersetzte anfangs des 20. Jh. die Fähren über den Fluss Charente und wurde 1967 selber durch eine Brücke ersetzt. Als zweites besuchen wir die Teufelsbrücke (Pont de Diable) im Küstenort Saint-Palais-sur-Mer. Nun sollten wir noch einkaufen, aber es ist Sonntag und die Läden sind am Nachmittag geschlossen. Also parkieren  wir kurzerhand  vor einem Supermarkt, übernachten dort ungestört und decken uns am Morgen mit dem Notwendigen ein. Von hier geht es einige wenige Kilometer weiter nach Royan. Ein Teil dieser Stadt wurde kurz vor Ende des 2. Weltkrieges zerstört und die danach neu gebaute Kirche Notre-Dame erinnert an dieses traumatische Ereignis. Im Nachbarort machen wir den nächsten Halt, gibt es doch dort ganz spezielle Grotten zu sehen: Sie liegen direkt am Meer und sind seit Urzeiten und bis heute bewohnt. Auf der Weiterfahrt sehen wir dann die ersten Rebgärten bis wir bei Ankunft in Saint-Emilion ganz von solchen umgeben sind.

  • Dies ist ein Transbordeur ...
  • ... welcher Menschen (und früher auch Fahrzeuge) von einem Ufer ans andere bringt ...
  • ... und auch grossen Schiffen eine Durchfahrt ermöglicht
  • Jetzt sind wir in Saint-Palais-sur-Mer ...
  • ... wo man mit etwas Klettern ...
  • ... zur Teufelsbrücke kommt
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  • Am nächsten Tag besichtigen wir als Ausgleich die Kirche Notre Dame de Royan
  • Diese wurde nach dem 2. Weltkrieg anstelle der zerstörten Kirche gebaut.
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  • Nicht weit weg gibt es bewohnte Grotten
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16.10.21

Heute Samstag gehen wir ins Zentrum von La Rochelle an den Vieux Port. Da sind einmal die Wahrzeichen der Stadt, die drei Befestigungstürme zu besichtigen. Dann flanieren wir durch die Altstadt und erhalten den Eindruck, dass die liebste Freizeitbeschäftigung der Einheimischen das Essen ist: La Rochelle hat knapp 80'000 Einwohnerinnen und Einwohner und ist damit etwa gleich gross wie die Hauptstadt unseres Kantons, die Stadt St. Gallen. In La Rochelle haben wir aber ein Vielfaches an (gut besuchten) Restaurants gesehen und der Markt und die Markthalle sind unvergleichlich viel grösser. Wohl gleich wie bei uns ist dann die Demonstration gegen Covid-Massnahmen, welche am Nachmittag stattfindet - allerdings ohne Treicheln.

  • Die Fahrt mit dem Bus hat nicht geklappt, also gehen wir zu Fuss ins Zentrum
  • Zuerst geht es zum Tour de la Laterne, einem ehemaligen Leuchtturm
  • Nicht weit weg ist der Tour de la Chaîne auf der einen Seite der Hafeneinfahrt
  • Diesem gegenüber liegt der Tour Saint-Nicolas ...
  • ... in dessen vielen Gängen man sich gut verirren kann
  • Zu unseren Füssen liegt der alte Hafen ...
  • ... mit der Porte de la Grosse Horloge als Eingang zur Altstadt
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  • Das Hafenbecken ist gesäumt von Dutzenden von Restaurants ...
  • ... und auch auf der Hafenmauer werden Austern geschlürft und Wein getrunken
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  • Am Rande wird Petanque gespielt ...
  • ... und Basketball
  • In der Altstadt gibt es Arkaden
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14.10.21

Nach vier komfortablen Tagen auf dem Campingplatz fahren wir weiter und erkunden den Rest der Île de Ré mit Leuchtturm, Naturschutzgebiet,  Ars-en-Ré sowie weiteren Zwischenhalten. Dann geht es nach La Rochelle, wo wir dieses Mal zentraler übernachten.

  • Die erste Station ist der Phare des Baleines
  • Nun geht es die 257 Treppenstufen hinauf
  • Von oben sieht man auf den von Vauban errichteten Vorgänger
  • Die Nacht verbringen wir am Rande eines Naturschutzgebietes
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  • Dieses grenzt an Salzgärten
  • Die Fahrt geht weiter an ehemaligen Windmühlen vorbei ...
  • ... nach La Patache ...
  • ... und Ars-en-Ré
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  • Les ânes en culotte: Früher sollen Esel mit Hosen in den Salzgärten gearbeitet haben


12.10.21

Die Île de Ré war früher eine arme Gegend mit Salzfeldern, Austernzucht, Landwirtschaft und etwas Tourismus, bis 1988 die neue Brücke eröffnet wurde. Seither sind die Touristenzahlen und die Preise für Liegenschaften in die Höhe geschossen und in der Hochsaison kommen auf eine einheimische Person neun Urlauberinnen und Urlauber. Scheinbar hat auch die Zahl der Wohnmobile überbordet und an der Küste finden wir überall Parkverbote entweder für Wohnmobile oder für Fahrzeuge, welche höher sind als 2.1 Meter. Die erste Nacht verbringen wir weg von Zentrum und Meer an einem Strassenrand von Saint-Martin-de-Ré. Am nächsten Tag beschliessen wir auf einen Campingplatz zu fahren, obwohl wir dessen Infrastruktur nicht brauchen. Wenn schon - dann schon: Erstmals wählen wir einen Platz mit allem Luxus. Da es Nebensaison ist, haben wir den Swimmingpool und den Whirlpool fast für uns alleine und könnten auch den ganzen Tag Tennis spielen. Und da es uns gut gefällt und wir nette Nachbarn aus Gams haben (Gams liegt 6 km von unserem Wohnort entfernt), bleiben wir drei Nächte hier und erkunden das Umfeld zu Fuss. Zu sehen gibt es Austernzuchten, Salzgärten, Fischsperren, Ebbetümpel und das etwas verlassen wirkende Dorf Loix.

  • Weiter geht es über die Brücke zur Île de Ré
  • Die Île de Ré
  • Auf der anderen Seite der Brücke beginnen die Austernzuchten
  • Den Mittagshalt machen wir in La Flotte ...
  • ... und essen lieber Moules statt Huîtres
  • Weiter geht es zum Fort la Prée ...
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  • ... und zur ehemaligen Abtei Nôtre-Dame-de-Ré (genannt Châteliers) ...
  • ... wo wir die ersten Reben sehen
  • Ein weiterer Halt im belebten Saint-Martin-de Ré ...
  • ... mit recht betuchten Gästen
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  • Einen stattlichen Leuchtturm gibt es auch ...
  • ... und die obligate Festung aus Vauban's Zeiten


8.10.21

Nach sechs Nächten in Saint-Nazaire lösen wir uns von diesem schönen und interessanten Ort und fahren weiter südwärts. Wir wählen eine Route in Küstennähe und bleiben promt nach 40 Kilometern am nächsten Ort hängen. Auf Google Maps machen uns die vielen Seen und Flussläufe in der Nähe von Les-Moutiers-en-Retz neugierig (ob sie neben der Salzgewinnung und dem Wässern von Austern vor allem der Entwässerung oder auch noch einem anderen Zweck dienen, haben wir nicht herausgefunden). Vor Ort faszinieren uns dann auch die kilometerlange Kette von Fischerhäuschen auf Stelzen und die riesige Schlammfläche, welche vor uns liegt (es ist gerade Ebbe).
Nach einem Tag fahren wir weiter bis nach La Rochelle, wo wir einen Übernachtungsplatz mit Sicht auf die Brücke zur Île de Ré und den Sonnenuntergang finden.

  • Über die Brücke von Saint-Nazaire fahren wir weiter südwarts
  • Diese Weiher und Flussläufe wecken unser Interesse
  • Vor Ort begeistern uns dann die Fischerhäuschen ...
  • ... welche sich kilometerlang aneinanderreihen ...
  • ... und die Schlammlandschaft
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  • Bei Flut wird gefischt ...
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  • ... und wir erhalten vom Nachbarn einen Teil seiner Beute
  • In Fussdistanz gibt es Austernfarmen
  • Danach muss das Gegessene und Gesehene verdaut werden
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  • Am nächsten Morgen gibt es nochmals einen Spaziergang
  • Danach geht es weiter südwärts


6.10.21

Es beginnt zu regnen und wir fahren in die Hafenstadt Saint-Nazaire (70'000 Ew.). Diese liegt an der Mündung der Loire. Zuerst machen wir einen Boxenstopp auf dem stadteigenen Camper-Parkplatz, füllen den Wassertank und laden die Batterien. Gegen Abend beginnt es zu stürmen. Wir gehen an den Quai und schauen zu, wie die Wellen darüber schwappen (später erfahren wir aus den Schweizer Nachrichten, dass die Regierung die Bevölkerung aufgefordert habe zu Hause zu bleiben ...). Am nächsten Tag ist der Spuk vorbei und wir suchen uns bei strahlendem Sonnenschein einen Platz direkt an der Loiremündung: In der Nacht hören wir die Wellen an die Quai-Mauer schlagen, am Morgen sehen wir vom Bett aus die Sonne beim Leuchtturm aufgehen und tagsüber können wir den Fischern zuschauen. In der Nähe gibt es einen U-Boot-Bunker aus dem 2. Weltkrieg (Stichwort Operation Chariot), welcher noch viel grösser ist als jener, den wir in Lorient gesehen haben. Man kann aufs Dach steigen und sieht von dort aus die Werft, in welcher Kreuzfahrtschiffe gebaut werden. Heute können wir diese besuchen und erfahren, dass zur Zeit das grösste Schiff der Welt gebaut wird mit 7000 Plätzen für Passagiere sowie 2000 für die Besatzung, und gleichzeitig an einem anderen Platz auch das ökologischste (soweit man bei Kreuzfahrtschiffen von Ökologie sprechen kann ...), welches mit Flüssiggas betrieben werden wird.

  • Als wir in Saint-Nazaire ankommen schüttet es ...
  • ... und stürmt
  • Am nächsten Tag ist der Spuk vorbei und wir parkieren am Meer
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  • Vor uns liegt eine Austernbank ...
  • ... und neben uns wird gefischt ...
  • ... aus Sicht der Fischer mit Erfolg
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  • Saint-Nazaire war im 2. Weltkrieg für die deutsche Wehrmacht ein strategisch wichtiger Ort
  • Sie baute unter anderem einen riesigen U-Boot-Bunker
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  • Vom Dach aus sieht man das Theater ...
  • ... und die Werft ...
  • ... in welcher Kreuzfahrtschiffe gebaut werden


1.10.21

Guérande (16'000 Ew.) hat eine hübsche Altstadt innerhalb einer intakten von Wasser umflossenen Stadtmauer. Dies ist für uns aber nicht der Grund hierherzukommen. Der Grund war ein Foto von den Salzgärten in der Nähe von Guérande aus der Vogelperspektive, welches sensationell schön anzusehen war. Und die Wirklichkeit, welche wir angetroffen haben, war genau so sensationell schön! Zum Glück bietet die Genossenschaft der Salzbauern Führungen an. Wir nehmen an einer teil, erfahren viel über die Abbaumethode und dürfen teureres Fleur de Sel und grobkörniges Gros Sel kosten. Danach fahren wir rund um die Bay herum zur Halbinsel Le Croisic und wandern dabei an den verschiedenen Aussichtspunkten herum.

  • Guérande hat eine Altstadt mit intakter Stadtmauer ...
  • ... um die es sogar einen Wassergraben hat
  • Die Stiftskirche Saint-Aubin ...
  • ... mit einer bemerkenswerten Aussen-Kanzel
  • Auch hier wurde der örtliche Adel in der Kirche bestattet
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  • Die nahen Salzgärten prägen auch das Stadtbild
  • An das Zeigen des Impfzertifikates hat man sich gewöhnt
  • Die Salzgärten erstrecken sich über einen grossen Teil der Bucht
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  • Die Genossenschaft der Salzbauern bietet Führungen an ...
  • ... Da müssen wir mitmachen!
  • Dies ist der Teil eines Gartens mit der konzentriertesten Salzlösung

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